Landesärztekammer aktualisiert Empfehlungen und Forderungen zu „Mobilfunk und Gesundheit“

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat 2021 ihre Empfehlungen zu „Mobilfunk und Gesundheit“ überarbeitet, aktualisiert und im Oktober veröffentlicht. In der Stellungnahme enthalten sind bedeutsame Empfehlungen zur Strahlenminimierung und zum verantwortungsvollen Umgang mit der Mobilfunktechnologie.

Die Experten des Ausschusses „Prävention und Umwelt“ der Landesärztekammer Baden-Württemberg empfehlen darin unter anderem hinsichtlich der Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Eltern, Mobilfunktelefone und Laptops möglichst wenig und kurz zu benutzen. Die Geräte sollten immer wieder mal abgeschaltet werden. Ferner sollten Mobilfunktelefone möglichst nicht in kleinen abgeschirmten Einheiten, wie beispielsweise dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln benutzt werden, denn wegen der Abschirmung müssten Mobilfunktelefone dort mit maximaler Energieleistung arbeiten, um auf Empfang zu bleiben. Nicht nur aus diesem Grund wird die Einführung von Mobilfunktelefon-freien Zonen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden (beispielsweise Schulen) empfohlen.

Die Begründung für diese Empfehlungen ist, dass die Auswirkungen von Mobilfunk auf die menschliche Gesundheit weiterhin kontrovers diskutiert werden: „Belastbare und somit verwertbare Forschungsergebnisse konnten bisher keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen verschiedenen Erkrankungen und elektromagnetischen Feldern nachweisen, doch konnten auch Gefahren für die menschliche Gesundheit dort noch nicht ausgeschlossen werden, wo bisher kein eindeutiger Wirkmechanismus festgestellt werden kann.“ Auch zur Langzeitwirkung und der Auswirkung auf Schwangere, Föten und Kinder gebe es noch immer viele Forschungsdefizite.

Auch wenn positive Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Kommunikation, Lebensqualität und auch die medizinische Versorgung (Beispiel Notfallmedizin) unbestritten seien, so befürwortet die Landesärztekammer Baden-Württemberg in ihren Empfehlungen dennoch einen vorurteilsfreien Umgang mit der Diskussion über die Probleme elektromagnetischer Felder; die Ängste der Menschen seien ernst zu nehmen.

Die vollständige Empfehlung zu „Mobilfunk und Gesundheit“ der Landesärztekammer Baden-Württemberg ist im Internet abrufbar unter www.ärztekammer-bw.de

Landesärztekammer Baden-Württemberg (Hrsg.): Empfehlung und Forderungen zu „Mobilfunk und Gesundheit“. Februar 2021. – landesaerztekammer-baden-wuerttemberg-mobilfunk-und-gesundheit-02-2021

Fundstellen am 1.11.2021:

https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1758

https://www.aerztekammer-bw.de/news/2014/2014_09/mobilfunk_und_gesundheit/index.html

2 Kommentare zu „Landesärztekammer aktualisiert Empfehlungen und Forderungen zu „Mobilfunk und Gesundheit““

  1. „Gerade in der schon Monate andauernden Corona-Pandemie-Phase zunehmend erkennbar zeigen sich psychosoziale Probleme auch im Zusammenhang mit teils exzessiver Nutzung u.a. der Mobilfunktechnologie. Die übermäßige zeitliche Nutzung elektronischer Medien führt oft zu gesellschaftlicher Isolation, im Jugendalter z.B. unter dem Bild der Schulverweigerung.
    Therapiebedürftige „Internetsucht“ bzw. „Medienabhängigkeit“ sind bereits relevante medizinische und gesellschaftliche Probleme geworden (vgl. DAK-Studie 2020″ (Landesärztekammer Baden-Württemberg, Februar 2021).

  2. Liebe Mitstreiter*innen,

            von der Landesärztekammer ist Hoffnungsvolles zu hören.

    Auszüge daraus sind auch für uns von großer Bedeutung:

    Beste Grüße

    B.

    Mobilfunk und Gesundheit

    Empfehlungen der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Stand 02.2021

    https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/05kammern/10laekbw/20ehrenamt/30ausschuesse/praevention/mobilfunk-und-gesundheit-02-2021.pdf    

     

    Auszüge:

    „Vom Europäischen Parlament, dem Europarat, der europäischen Umweltagentur, dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) und anderen wird Mobilfunk als Risikotechnologie eingestuft. Überwiegend wird ein Vorsorgekonzept in der Gestaltung der Digitalisierung als notwendig angesehen.

    (Forderungen)

    Anstreben einer geringstmöglichen Zahl von „Funkmasten“ und gemeinsame Nutzung von Funkmasten durch verschiedene Betreiber

    Schaffen von mobilfunkfreie Zonen u.a. in öffentlichen Einrichtungen (Bus, Bahn, Schule, Hochschule, Verwaltung, Kliniken) aber auch im privaten Bereich (Schlafzimmer)

    An öffentlichen Einrichtungen, insbesondere an Schulen: Bevorzugung von LAN-Verbindungen oder neuerer technischer Alternativen W-LAN muss leistungsgeregelt sein, bei Nicht-Gebrauch (automatisch) ausgeschaltet werden
    Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Sammlung von Meldungen über „Mobilfunk-Nebenwirkungen“, auch für Elektrosensible
    Vorurteilsfreier Umgang, Diskussion der Problematik elektromagnetische Felder

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