Großflächiger Start für digitale Infrastruktur in Freiburg mit superschnellem Internet

Nicht erst seit durch Corona viele Menschen im Homeoffice arbeiten, ist klar, wie wichtig eine gute digitale Infrastruktur ist. Dazu gehört die ausreichende Versorgung mit schnellem Internet und guten Mobilfunknetzen – für Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Lehre, aber auch für Privathaushalte. In den nächsten Monaten wird der Ausbau der digitalen Netze deutlich Fahrt aufnehmen. Darüber, was alles geplant ist, hat die Stadtverwaltung jetzt den Gemeinderat informiert.

Mächtig voran kommt in diesem Jahr der Breitbandausbau mit Glasfaser. Die großflächige Anbindung vieler Haushalte über FTTH (fibre to the home) ermöglicht Übertragungsraten von 1000 Mbit/s – verglichen mit den heute üblichen 50 Mbit/s ist das ganz schlicht: superschnelles Internet.

Der Netzausbau ist zwar keine städtische Aufgabe, doch ist die Stadtverwaltung maßgeblich eingebunden – und räumt ihrerseits alle planungsrechtlichen Hürden möglichst schnell aus dem Weg. Dazu haben sich die beiden auf städtischer Seite beteiligten Ämter, das Garten- und Tiefbauamt (GuT) sowie das Amt für Digitales und IT (DIGIT), organisatorisch neu aufgestellt. Für das DIGIT ist Christof Balles als Projektkoordinator „Digitale Infrastruktur“ tätig, beim GuT leitet Johannes Pfahlsberger die Stabsstelle Breitbandausbau. Dabei übernimmt das DIGIT die Gesamtkoordination, und das Garten- und Tiefbauamt kümmert sich um Genehmigungen und bündelt die Bauarbeiten, damit Belastungen so gering wie möglich ausfallen.

Aktuell gibt es folgende Planungen, das Stadtgebiet von Freiburg mit schnellen Glasfaserverbindungen auszurüsten: Die Deutsche Telekom startet in größerem Umfang in der Mittelwiehre und im Rieselfeld. Aktuell liegt der Bauzeitenplan noch nicht vor. Die Telekom hat angekündigt, noch in diesem Jahr weitere Gebiete anzubinden. Das bedeutet voraussichtlich Anschlussmöglichkeiten für dann etwa 20 000 Haushalte. Cable4 wird in Kooperation mit BadenIT bis 2024 den gesamten Wohnungsbestandder Freiburger Stadtbau (FSB) mit rund 9500 Haushalten anbinden. In diesem Jahr bekommen die ersten 2600 FSB-Wohnungen superschnelles Netz – das sind 27 Prozent des FSB-Bestandes. Cable4 plant, bis Ende 2024 in Freiburg etwa 30 000 bis 50 000 Haushalte mit Glasfaserverbindungen zu versorgen. BadenIT selbst ist vor allem im gewerblichen Bereich unterwegs und hat außerdem viele Freiburger Schulen angeschlossen. Die Deutsche Glasfaser kooperiert mit Vodafone und verlegt in deren Auftrag bereits im Industriegebiet Nord und im Gewerbegebiet Haid schnelles Internet für den gewerblichen Bereich. Vodafone selbst hat inzwischen das Unternehmen Unitymedia integriert, das bereits in der Vergangenheit Glasfaserverbindungen mit Geschwindigkeiten von 400 Mbit/s verlegt hat.

Zu beachten ist, dass nach den Bauarbeiten in der Straße und zum Haus auch jede einzelne Wohnung neu angeschlossen werden muss, weil gerade in den Häusern bisher nur Kupferleitungen liegen. Die Kosten dafür tragen entweder die Wohnungseigentümer oder -mieter, eventuell aber auch ganz oder teilweise der Telekommunikationsanbieter, der auf jeden Fall den Anschluss bis zum Haus bezahlt. Insgesamt ist es ratsam, sich vorab über die Kosten zu erkundigen.

Die Stadtverwaltung empfiehlt privaten Hauseigentümern, das kostenlose Angebot der Anbieter für Glasfaserverlegungen ins Haus oder auf das Grundstück anzunehmen, um sich den Glasfaseranschluss zu sichern. Ob man ihn dann tatsächlich nutzt, kann auch später noch entschieden werden.

Bevor die digitale Welt turboschnell in die Haushalte einzieht, sind zunächst aber ganz analoge Arbeiten erforderlich. Die Kabelverlegung in den Stadtteilen geht mit aufwendigen Arbeiten einher, bei denen ganz klassisch Gehwege und Straßen aufgebuddelt werden. Dabei sind Behinderungen und Umleitungen nicht zu vermeiden. Um den vorhandenen Baumbestand zu schützen, gibt es schon im Vorfeld der Bauarbeiten Begehungen – und während der Arbeiten Vor-Ort-Kontrollen. Schließlich soll die schöne neue Welt ja keine baumfrei-graue, sondern eine möglichst bunte sein.

Fundstelle am 22.3.2021. Erstveröffentlichung am 15.2.2021 bei Stadt Freiburg https://www.freiburg.de/pb/,Lde/1668757.html

 

 

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