Daten über das LoRaWan-Funknetz

Auf dem Weg zur Smart-City : Kleine Wächter an jeder Laterne

Von Yannick Steffel, Frankfurt in FAZ online am 20.09.2021

Sensoren liefern die Daten für viele Smart-City-Anwendungen. Eine kluge Stadt könnte nicht nur das Leben für viele Bürger vereinfachen. Auch beispielsweise für Städte wie Frankfurt und Freiburg selbst gäbe es Möglichkeiten Kosten und Mühen zu sparen.

Daten, Daten, Daten. Informationen über Licht und Dunkelheit, Staus, Wasserpegel, Mülleimerfüllungen, Passantenfrequenzen, Luftqualität und vieles mehr gelten als Basis einer Smart City, einer Stadt also, in der digitale Anwendungen das Leben angenehmer machen und gleichzeitig die vorhandenen Ressourcen effizienter genutzt werden. Während die einen also an Apps und Plattformen tüfteln, testen andere Sensoren, mit denen all die Daten eingesammelt werden können. Auch der Frankfurter Energieversorger Mainova experimentiert damit, hat rund um seine Zentrale an der Solmsstraße eine Vielzahl von Messgeräten installiert und führte dieses Testfeld als Teil der Veranstaltungsreihe Impact Week nun Interessierten vor.

Die Tour führte zu sonst wenig beachteten Orten wie etwa Straßenlaternen. An der ersten sind Sensoren zur Messung der Feinstaubbelastung und der Kohlendioxidmenge in der Luft installiert, an einem anderen Mast hängt hoch oben ein Mikrofon, um den Straßenlärm zu erfassen. Auch an einer Straßenbahnhaltestelle unweit der Unternehmenszentrale hängen kleine Wächter, unter anderem ein Lichtsensor. Er meldet, wenn sich Menschen der Station nähern. Damit ließe sich in Zukunft die Beleuchtung der Haltestelle steuern, um Lichtverschmutzung und Stromverbrauch der Stationen reduzieren. Auch die Stromversorgung des Kassenautomaten kann von ferne überwacht werden. Gäbe es einen Defekt, könnten die Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft VGF schnell kontaktiert werden und für die Reparatur anrücken.

Automatisch gießen und einfacher parken

Weiter ging der Rundgang zum Parkplatz auf dem Betriebsgelände der Mainova. Dort ist zumindest ein Stellplatz bereits mit einem Sensor ausgestattet, der meldet, wann dort ein Auto steht und wann der Platz frei ist. Diese Technik wäre die Basis für eine stellplatzgenaue Park-App, die den Autofahrer direkt zu freien Parkplätzen lenken kann, ohne dass er Extrarunden etwa durch die Frankfurter Innenstadt drehen muss.

Dann bliebe dem Fahrer vielleicht Zeit, auf einer Parkbank auszuruhen. Bei der Mainova steht eine, die um einen „Hydrocube“ gebaut ist. Auch dieser Würfel ist noch in der Pilotphase. Hinter der Holzverkleidung ist ein 1.000 Liter großer Wassertank verborgen, der wiederum mit Schlauch und Sensor mit einem nahen Baum verbunden ist. Der Sensor erkennt, wann der Baum Wasser braucht, und löst die automatische Bewässerung aus, was in weniger heißen Phasen Wasser sparen kann und an Hitzetagen den Einsatz von Mitarbeitern erübrigt, die bislang mit ihren Gießfahrzeugen von Baum zu Baum fahren. Nicht nur der Sensor in der Erde kümmert sich um das Wohlergehen des Baumes, künftig könnten auch Infrarotaufnahmen von Satelliten Informationen liefern, wie vital das Stadtgrün ist.

Kleine Datensammler

Von der klugen Bank lenkten Mainova-Mitarbeiter den Blick der Besucher auf einen kleinen Teich. Auch an einer darüberführenden Brücke ist ein Sensor installiert, der sozusagen den Pegel des Gewässers im Blick behält und steigende Wasserstände meldet.

Das tut er wie die meisten übrigen Datensammler auch über das LoRaWan-Funknetz, das die Mainova in der Stadt aufgebaut hat und für ihre eigene Sensorik nutzt, es aber auch allen anderen Akteuren, die Daten sammeln und verschicken wollen, anbietet. Der Vorteil dieser Technik ist, dass die LoRaWan-Antennen wenig Energie brauchen und wartungsarm sind, während die Sensoren in regelmäßigen Abständen relativ kleine Datenmengen funken müssen.

Für all die Experimentierfreude gab es Lob von Fabian Annich, Geschäftsführer der Start-up-Plattform Station FrankfurtRheinMain und Initiator der Impact Week. „Ich finde es erfreulich, dass ein etabliertes Unternehmen wie die Mainova Verantwortung für das Projekt Smart City übernimmt.“

Fundstelle am 27.9.2021: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt-wird-mit-sensoren-zur-smart-city-17543141.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

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